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Interessante Fakten!

 Die Braut in der Kiste und andere Kuriositäten

Viele Riten und Gebräuche, die heute noch bei Hochzeiten üblich sind, sollten ursprünglich das Brautpaar vor den Mächten des Bösen schützen. Das ist auch die Funktion des Schleiers. Er soll die Braut vor bösen Geistern verstecken und en bösen Blick abwehren. Bei den Chinesen ist der Glaube verbreitet, dass die Braut vor allem auf dem Weg von ihrem Heim zur Hochzeitszeremonie durch Geister bedroht wird. Deshalb wird sie in einer geschlossenen Sänfte dorthin getragen. Besonders ängstliche Bräute verstecken sich in der Sänfte außerdem noch in einer Kiste.

Besonders raffiniert ist es, die Aufmerksamkeit der bösen Geister auf eine falsche Braut zu lenken. Manchmal nimmt dabei der Bruder der Braut ihren Platz ein – ein Täuschungsmanöver, das in der Baltenrepublik Estland sehr beliebt ist und auf das zur Erheiterung der beteiligten Familien auch schon mancher Bräutigam hereinfiel. In der marokkanischen Stadt Fes ist der Bräutigam wie ein Mädchen gekleidet, und im Süden Indiens zieht sich die Braut selbst wie ein Junge an.

Die seltsamste Methode, die unheilbringenden Kräfte irrezuführen, ist jedoch aus Nordindien bekannt, wo die Menschen zum Schein Bäume oder Gegenstände heiraten. Wenn beispielsweise ein Witwer zum dritten Mal heiraten will, könnten die eifersüchtigen Geister seiner verstorbenen Ehefrauen die neue Braut verfluchen. Um diesem Unheil vorzubeugen, „heiratet“ der Mann zunächst einen Baum, auf den die Angriffe der Geister gelenkt werden sollen. Auch wenn das Horoskop der Braut eine frühe Witwenschaft prophezeit, ehelicht sie zum Schein erst einen großen Wasserkrug, dem sie die Kleider ihres zukünftigen Mannes angezogen hat. Danach kann dann endlich die eigentliche Hochzeit stattfinden.

Manchmal wird aber bei der Bekämpfung des Bösen auch zu recht lautstarken Methoden gegriffen. In Teilen Süddeutschlands werden Hochzeiten immer noch mit Böllerschüssen angekündigt. Und in Marokko dürfte die arme Braut am Ende ihres Hochzeitstages beinahe taub sein, denn zuerst werden Gewehrsalven über dem Hochzeitszug abgefeuert, dann direkt neben ihr und schließlich auch noch in der Brautkammer. Der Rauch des Gewehrfeuers soll die Braut reinigen und der Lärm die bösen Geister vertreiben. Doch das Spektakel ist für die Braut auch dann noch nicht beendet, wenn sie mit ihrem Ehemann allein ist. Der schlägt sie dann nämlich mit der flachen Schwertklinge auf Stirn und Schulter und legt vorsichtshalber eine Pistole unter das Kopfkissen, falls doch noch irgendwo ein paar besonders hartnäckige Geister auf der Lauer liegen sollten. Doch wenigstens muss sie nicht jenen slawischen Brauch erdulden, bei dem sich die Hochzeitsgäste vor der Schlafzimmertür versammeln und möglichst viel Lärm veranstalten, während die Ehe vollzogen wird.

 




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